Der richtige CAD-Workstation

Fred Hoebink

07 Oktober 2022

Die Wahl der richtigen CAD-Workstation ist kein Nebenaspekt. Natürlich ist die Software entscheidend. Doch erst die Workstation ermöglicht es, die Software auszuführen. Ohne eine leistungsstarke Workstation können Sie das volle Potenzial Ihrer Software nicht ausschöpfen.

Starker Benutzer

Wir klassifizieren Ingenieure innerhalb eines Unternehmens als „intensive Anwender“. Damit meinen wir nicht ihren körperlichen Zustand, sondern die Anforderungen, die sie an ihre Hardware stellen. Es gibt drei Softwaretypen, die bestimmen, welches System am besten zum jeweiligen Ingenieur passt. Jedem dieser Anwendertypen haben wir einen eigenen Artikel gewidmet. Dieser Artikel konzentriert sich auf CAD- und CAM-Hardware.

  • Konstruktions- und Produktionssoftware: CAD und CAM
  • Analysesoftware (FEA)
  • Rendering

Diese Anwendungen stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an die Hardware. Was ist also die richtige Wahl? Worauf sollten Sie achten? Hier finden Sie einen kurzen Überblick über die spezifischen Merkmale und Punkte, die Sie beim Kauf neuer Hardware berücksichtigen sollten.

Solidworks-AntriebseinheitCAD und CAM

Die häufigste Anwendung für Ingenieure ist CAD-Software. Es ist kein Geheimnis, dass diese Software das System stark belasten kann. Für viele Ingenieure gehört das Warten zum Alltag. CAM-Software stellt eine sehr ähnliche Belastung für die Hardware dar. Je nach Komplexität können die Wartezeiten sogar noch länger sein.

Hier besprechen wir einige wichtige Aspekte, auf die wir bei der Beratung zu CAD/CAM-Workstations achten.

Der Prozessor

Intel LGA1700 ProzessorEs ist kein Geheimnis mehr, dass diese Software spezielle Anforderungen an die Hardware stellt. In den letzten zehn bis fünfzehn Jahren haben sich Prozessoren weiterentwickelt und verfügen nun über immer mehr Kerne. CAD-Software nutzt für die meisten Operationen nur einen dieser Kerne. Dies gilt für nahezu alle gängigen CAD-Programme. Daher ist der leistungsstärkste Prozessor per Definition nicht die beste Wahl für die Workstation. Für die optimale Workstation für CAD und CAM spielt die sogenannte Single-Core- (oder besser noch Single-Thread-)Leistung eine entscheidende Rolle.

 

Das Arbeitsspeicher

Der Arbeitsspeicher ist wichtig, aber seine Wirkung ist begrenzt. Es gilt die allgemeine Regel für alle Computer: „Sorgen Sie für ausreichend Arbeitsspeicher, denn zu wenig Arbeitsspeicher kann zu Problemen führen.“ Benötigt eine Software mehr Speicher als verfügbar ist, greift das System auf Swapping zurück. Dabei werden Blöcke des Arbeitsspeichers vorübergehend auf den lokalen Speicher ausgelagert und später wieder abgerufen. Dieser zusätzliche Vorgang kostet Zeit. Noch wichtiger ist jedoch, dass selbst die schnellsten modernen SSDs deutlich langsamer sind als der Arbeitsspeicher. Swapping führt daher zu einer spürbaren Verlangsamung des Systems.

Die tatsächlichen Systemanforderungen hängen nicht allein von der CAD-Anwendung ab. Auch andere Software benötigt zunehmend Arbeitsspeicher. Beispielsweise belegen manche Webbrowser einen erheblichen Teil des RAMs. Für ein CAD-System gilt jedoch: Genügend ist ausreichend; mehr bietet keinen Vorteil. Die aktuelle Basiskapazität beträgt 32 GB. Die meisten Konstrukteure kommen damit gut zurecht. Für anspruchsvolle Anwendungen, wie den Import großer oder komplexer Modelle, kann mehr Speicher erforderlich sein. In der Praxis zeigt sich, dass für eine reine CAD-Workstation mehr als 32 GB selten sinnvoll sind. Dies gilt unabhängig von allen anderen darauf verwendeten Anwendungen.

Wie ermitteln Sie Ihren tatsächlichen Speicherbedarf? Wir verwenden die 75%-Regel. Starten Sie das anspruchsvollste System und stellen Sie sicher, dass alle anderen üblicherweise verwendeten Programme geöffnet sind. Dazu gehören E-Mail, Excel und PDM/PLM-Software. Überprüfen Sie anschließend die Speicherauslastung im Task-Manager. Liegt diese über 75 % eines bestimmten Wertes (bei 32 GB wären das 24 GB), empfehlen wir, den Arbeitsspeicher um eine weitere Speichereinheit zu erweitern (im beschriebenen Beispiel 64 GB).

Der Speicher

Hard disk drive, 2,5Der lokale Speicher beeinflusst die Systemstartzeit und die Ladezeit von Softwaremodellen. Obwohl sein Einfluss geringer ist als der von Prozessor oder Arbeitsspeicher, trägt ein schneller lokaler Speicher wesentlich zur Gesamtleistung des Systems bei. Glücklicherweise gehören langsame Festplatten der Vergangenheit an und wir verwenden heute ausschließlich SSDs. Diese gibt es jedoch in allen Formen und Größen. Die Unterschiede sind enorm und können bis zu zehnfach betragen! Cadware setzt in seinen High-End-Systemen stets auf die schnellsten verfügbaren SSDs.

Die Grafikkarte

Um die Grafikkarte ranken sich gewisse Mythen. Ihr wird oft eine bedeutende Rolle zugeschrieben. Dabei ist ihre Aufgabe in einem CAD-System denkbar einfach: „Das Modell oder die Zeichnung flüssig und ohne Unterbrechungen mit allen benötigten visuellen Elementen über den Bildschirm bewegen.“ Nicht mehr und nicht weniger. Die Grafikkarte hat keinerlei Einfluss auf die Ausführungsgeschwindigkeit. Produktivitätssteigerungen sind daher nicht direkt auf die Grafikkarte zurückzuführen, es sei denn, die Grafikleistung ist problematisch (z. B. bei Diashows). Dies ist jedoch eher subjektiv. Was für den einen optimal ist, ist für den anderen unbrauchbar. Auch hier gilt: Genug ist genug.

Wir konzentrieren uns jedoch auf professionelle Grafikkarten. Der Hauptgrund dafür ist die offizielle Unterstützung durch die Softwareentwickler. Diese nutzen mitunter spezielle Funktionen der Grafikkarten, was sie in der Regel zuverlässiger macht.

Ssst…

Lärm ist ermüdend und ablenkend. Je weniger Hintergrundgeräusche, desto leichter fällt die Konzentration. Bei Cadware achten wir daher stets auf die Geräuschentwicklung unserer Systeme. Unsere Desktop-Systeme sind flüsterleise.

Fazit

Eine Workstation ist nicht gleich Workstation. Verschiedene Anwendungen haben unterschiedliche Anforderungen. Berücksichtigen Sie bei der Auswahl der richtigen Workstation die Anforderungen Ihrer CAD-Anwendung und lassen Sie sich beraten.

Ursprüngliche Veröffentlichung: 7. Oktober 2022
Aktualisiert: 28. August 2024

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